Meditation Bewusstseins spirituell

Wieso Du mit Meditation zum Wandel in der Welt beitragen kannst

 

Wie bitte, Meditieren für soziale Gerechtigkeit? Gegen Vorurteile gegenüber und Benachteiligung von Schwarzen und anderen, die nicht weiß, männlich und privilegiert aufgewachsen sind? Ich sage: Ja!

Und zwar als allererstes. Ja, sicher ist nun auch die Zeit für Gespräche und Zuhören. Lange aufgestaute Wut zeigt sich und braucht Räume.

Zeit für Verstoffwechseln

In den letzten Wochen hat sich verstärkt gezeigt, dass es nun an der Zeit ist, historische Traumata zu verarbeiten und uns als Menschheit gemeinsam den Herausforderungen zu stellen, die nun anstehen.

Zu sagen, das gelte nur für die USA, ist zu kurz gegriffen. Auch wir in deutschsprachigen Ländern und in Europa sind dazu aufgefordert, gerade jetzt unsere Arbeit zu machen. Wie haben unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern dazu beigetragen, dass Völker ausgerottet, verdrängt oder missioniert wurden? Inwiefern ruhen wir uns auf aus daraus entstandenen privilegierten Situationen aus? Jede und jeder von uns kann hier tief hinschauen und sehen, wo der eigene – geerbte – Part in der Lage der Welt im 21. Jahrhundert liegt.

Das ist jetzt sehr wichtig und eine große Chance.

Wie viele von Euch bin ich hier am Reflektieren und tiefer Verstoffwechseln. Als weiße Frau – als die mir zudem  Jahrtausende patriarchaler Prägung in den Zellen stecken – habe ich besonders bei meinen Aufenthalten in Südafrika schmerzhaft vor Augen geführt bekommen, was Weiße in verschiedenen Ländern für Machtregieme errichtet haben, die noch bis heute fortwirken. Ich habe mich geschämt und gespürt, wie groß die Last und der Schmerz ist, denen wir uns als Menschheit noch stellen müssen, bevor Harmonie eintreten kann.

Ich bin dafür, dass wir gerade jetzt einander tief zuhören, reflektieren und schauen, was wir besser machen können – als Einzelne und als Gesellschaft. Und präsent sind, mit dem was ist.

Und: Dich bereit machen für Wandel – in Dir. Mit Meditation.

Als spirituell Praktizierende, sowie als Kultur- und Medienwissenschaftlerin habe ich mich mein Erwachsenenleben lang damit beschäftigt, wie Prozesse von Wandel in Kultur und Bewusstsein aussehen: Wie sich tiefer Wandel vollziehen kann und was ihn behindert. Aus dieser Perspektive möchte ich heute eine andere Perspektive beleuchten – im Wissen, dass ich damit ein heißes Eisen anfasse. Meine Absicht ist ein Beitrag zu einer gerechteren, heileren und gesünderen Welt.

Wir sind als Menschen alle mehr oder weniger von mehr oder weniger unbewussten Gewohnheiten gesteuert. Selbst wenn wir noch so sehr meinen, zum besten aller zum handeln, sind unsere Motoren häufig Selbstschutz oder Egoismus. Das ist aus evolutionsbiologischer Perspektive verständlich und zum Großteil auch notwendig. Allerdings: Solange der Großteil der Menschheit vor allem sich selbst, die Sichtweise seiner sozialen Gruppe verteidigt und vor allem immer wieder eine Täter-Opfer-Dynamik rekonstruiert, sind wir weit entfernt von einer erleuchteten Gesellschaft. Solange unser erster Instinkt darin besteht, den „Bösen“ auszumachen und ihn zu bekämpfen, werden wir nicht aus dem Täter-Opfer-Spiel aussteigen. Die Welt so zu sortieren, führt dazu, dass wir immer wieder Opfer sind – und auch immer wieder Täter sind.

Was hier hilft, ist ein Anheben des Bewusstseins. Mit Meditation.

Und das kann mit Meditation geschehen: Unser Bewusstsein prägt unser Verhalten und unser Verhalten prägt unsere Gesellschaft. Daher kann die Zeit und Arbeit, die Du jetzt in Meditation und Bewusstseins-Entwicklung investierst, das Wirkungsvollste sein, was Du jetzt für den Wandel in der Welt tust. Dazu gehört, wie gesagt, Verdauung der eigenen Vergangenheit, Bewusstwerdung von eigenen Vorurteilen und ausgrenzendem Handeln. Was jedoch auch dazugehört, ist eine Meditationspraxis, die Dir ermöglicht, Dich ganz aus kulturellen Konditionierungen zu befreien. Dazu gehört die Fehl-Wahrnehmung von Dualität und Getrennt-Sein, die Wurzel jeglicher Gewalt.

So eine Meditationspraxis kann uns damit verbinden, wer wir, über unser gewohntes Alltags-Selbstbild hinaus, sind. Sie kann uns mit einem Sein verbinden, das nicht mehr – oder immer weniger – von unbewussten Gewohnheiten und emotionaler Reaktivität angetrieben wird.

Das „Ego“ wird immer schauen, dass wir uns sicher fühlen. Daher haben wir häufig Gedanken, die uns von anderen Menschen abgrenzen, sodass wir uns besonders und einzigartig fühlen. Vielleicht kennst Du das?

Ein Praxis-Experiment: Eine Alltags-Meditation

Mach einmal ein Experiment: Wie häufig hörst Du innerhalb eines Tages in Deinem Kopf einen Vergleich zu anderen Menschen? Wie oft denkst Du – ohne das zu beabsichtigen – ah, ich bin besser, ah, ich bin anders, ah, ich mache es besser? Das kann zu einer Praxis werden. Dabei kann es auch sein, dass Du Dich nicht positiv abgrenzt – „Ich bin besser“ –, sondern stattdessen denkst „ich bin schlechter“/„nicht so gut/hübsch/schlank/sportlich/stylisch…“. Da ist dieselbe Dynamik am Werk, im Buddhismus wird hier von „negativem Stolz“ gesprochen, der Dich ebenso von der Wirklichkeit trennt wie „positiver“. Wenn Du dies einen Tag lang beobachtest, siehst Du die Dynamik Deines Egos, mit der Du unbewusst – in Deiner Welt, und in der großen Welt – zum Getrenntsein beiträgst.

Vielleicht wird so auch deutlich, weshalb es wenig bringt, nach Außen hin zu sagen „wir sind alle gleich“, wenn im Inneren gleichzeitig unbewusste Abgrenzungs-Mechanismen am Werk sind.

Zur Erklärung: Es funktioniert nicht, diese Gedanken „abzustellen“. Es funktioniert nicht, zu denken „ich darf das nicht mehr denken“ oder sogar zu sagen „nein, ich denke das ja gar nicht“. Du bist nicht „besser“, wenn Du so tust, als hättest Du solche Gedanken nicht. Dies sind, wie gesagt, tief eingebaute unbewusste Mechanismen, limbische Reaktionen, geradezu Reflexe.

Mit einer regelmäßigen Meditationspraxis kannst Du Dir diese unbewussten Gedankenschleifen immer mehr bewusst machen und dann bewusst daraus aussteigen. Und aus diesem Grund kannst Du mit Meditation Deinen – nicht zu unterschätzenden – inneren Teil zum Wandel beitragen. Zudem wirst Du in Deinem äußerten Handeln besonnener und klarer auftreten. Daher möchte ich Dir heute diesen Impuls mitgeben. Meditiere. Und wenn Du noch keine Praxis hast, lerne zu Meditieren.

Sei da. Jetzt! Ganz.

So notwendig Aufarbeitung, Verarbeitung und Neu-Organisation ist – aus meiner Sicht hilft es niemandem, jetzt in Betroffenheit steckenzubleiben, sich zu schämen dafür, dass man diejenige ist, die man ist, oder in Selbstmitleid über die Taten der Vorfahren zu versinken. Nimm Dir Zeit zum Verarbeiten und Verstoffwechseln, ja, und dann tauche wieder auf. Nimm Dir täglich Zeit für Meditation und dann sei da. Als Du. Sei präsent für den globalen und sozialen Prozess, der jetzt gerade stattfindet. Lass nicht zu, dass sich durch die Re-Aktivierung alter Geschichten und Traumata jetzt Dein Blick auf das trübt, was gerade jetzt ist. Sei wach. Im Hier und Jetzt.

Meditieren ist also derzeit ein echter Beitrag zum Wandel für eine Welt in Gerechtigkeit und Frieden.

 

Wenn Du noch keine Meditationspraxis hast, oder Deine vertiefen möchtest, kann ich Dir die Körperleben-Community ans Herz legen, in der wir 10 Gewohnheiten aus Ayurveda und Yoga in unseren Alltag integrieren. Schreib mir eine Mail für weitere Infos dazu (die Webseite wird gerade überarbeitet).