Vision 2021 Wünsche Visionsreise

Deine Visionsreise – die 10 Elemente für Deine wirkungsvolle Auszeit

 

Die dunkle Zeit zwischen den Jahren ist der perfekte Zeitpunkt für eine Visionsreise: Die Raunächte bis Anfang Januar sind lang und dunkel und wahrscheinlich kannst Du Dir gerade jetzt gut eine Auszeit auch vom Arbeiten nehmen. Ich möchte Dich anregen, die nächsten Tage oder auch Wochen dafür zu nutzen, nach innen zu gehen: Ob Du Dir dafür eine Hütte im Wald mietest, alleine zuhause bist oder in diesen Tagen auch mit Partner/Familie zusammen bist.

 

Ich habe verschiedenste Visionsreisen gemacht: Mehrere Tage in der Natur, allein in einer Hütte, zuhause, oder einen Nachmittag lang in der Hamburger City.

 

Wie soll Deine Visionsreise aussehen? Du setzt Deine Regeln und entscheidest, ob Du auch für ein paar Tage offline gehst oder Dir einfach nur jeden Tag eine halbe Stunde für Dich nimmst. Kreiere Dir Dein eigenes Abenteuer auf Entdeckungsreise zu Dir.

 

In diesem Beitrag erfährst Du

  • wie Du ganz einfach von Zuhause eine Visionsreise unternimmst
  • was die wichtigen Punkte dabei sind
  • welchem Ablauf Du dabei folgen kannst.

 

Warum überhaupt eine Visionsreise?

 

Ohne Vision bist Du ausgeliefert: Den Umständen, Deinen gewohnten Verhaltens- und Denkweisen. Das Leben, Dein Umfeld und das, was Du liest und hörst, spült Dich mal hierhin und mal dahin. Wenn Du dagegen genau weißt, wo Du hinwillst, kannst Du durch herausfordernde Zeiten hindurchgehen, wirst stark, weil Du Hindernisse überwindest und kommst schließlich dort an wo DU hinwolltest.

 

Jedes Mal, wenn ich ganz genau wusste, was ich wollte, hatte ich eine Richtung, der ich fast alle anderen Entscheidungen unterordnen konnte. Und fast jedes Mal bin ich angekommen. Zwar nicht immer ganz so schnell wie ich es zuerst gehofft hatte. Aber hey.

 

Wenn ich dagegen in einem bestimmten Lebensbereich nicht klar wusste, was ich wollte und keine Vision hatte, die mich zog, dümpelte ich eher herum. Ja, ich hatte vielleicht halbherzig ein paar Ziele gesetzt und die auch aufgeschrieben, sie waren aber oft nicht ganz kongruent mit mir, sodass ich sie zwischendurch sogar vergaß.

In guter Tradition: Visionsreisen als Übergangs-Ritual

Zahlreiche indigene Kulturen, u.a. in Nordamerika und Australien, kennen mehrtägige Visionsreisen. Anthropologen des 19. Jahrhunderts haben Wanderungen junger Männer, häufig zur Einweihung in den Status des Erwachsenen ‚Vision Quests‘ und ‚Übergangsriten‘ genannt. Was die Anthropologen dabei übersehen haben ist, dass es auch sehr üblich war, dass Frauen solche Rituale begingen. Zum Teil wirkten diese wohl weniger spektakulär, weil es keine Trips in die Wildnis waren, sondern Rituale, bei denen die Frauen lange in einem Innenraum blieben. Und insgesamt gibt es lange Traditionen von Visionsreisen, mit denen man nicht nur den Übergang von der Jugend ins Erwachsenenalter, sondern auch ganz andere Übergänge begeht.

 

Ich möchte Dich anregen, solch eine bewusste Reise zu Dir zu unternehmen. So eine Visionsreise ins Innen kann Dir helfen, Vergangenes zu verarbeiten und loszulassen, Platz für Neues zu schaffen und eine Ahnung oder auch klare Bilder davon zu bekommen, wo es für Dich als nächstes hingeht. Eine Visionsreise kann ein magisches Übergangsritual sein in einen neuen Lebensabschnitt, oder eine neue Rolle, die Du leben willst. Zum Beispiel bei Berufswechsel, als werdende Eltern, nach dem Ende von Beziehungen, dem Abschied von nahen Menschen, dem Lösen aus einem Umfeld oder von bestimmten Denk- oder Verhaltensmustern.

 

Und so geht’s:

1. Setze Dir ein Ziel für Deine Visionsreise

Das kann eine Frage sein oder einfach eine Vision für das nächste Jahr – oder auch die kommenden Jahre. Mach es konkret und gleichzeitig einfach. Entscheide: Welche Frage willst Du klären oder für welchen Zeitraum möchtest Du eine Vision finden? Wenn Du Dich traust, gehe einer Vision davon nach, wie Du in 10 Jahren leben willst. Oder nimm 5, 3 oder 1 Jahr. Je nachdem, wie Dein Ziel aussieht, wähle den Rahmen für Deine Visionsreise.

 

2. Nimm Druck raus

Moment, noch nicht loslegen. Erstmal durchatmen. Woher weißt Du überhaupt, ob Du eine „richtige“ Vision machst? Kurze Antwort: Du kannst hier nichts falsch machen. Eine Vision kann sehr bunt und voller Bilder sein – Du kannst sie auch ganz konkret als ein gebasteltes Visionboard zu Papier bringen. Sie kann aber auch geschrieben sein – ausführlich ausformuliert in Deinem Journal. Oder vielleicht besteht sie auch nur aus einem Satz, der Dir in diesen Tagen kommt. Schau, was Dir liegt, lass Erwartungen los und stelle nicht den Anspruch an Dich, etwas Aufwändiges zu produzieren: Du darfst 100 Seiten schreiben, eine ganze Wand mit Bildern vollkleben oder Deine Reise mit einem Satz oder einem Symbol verlassen. Nichts davon ist mehr oder weniger wert. Vertraue darauf, dass das Richtige zu Dir kommt.

 

3. Entscheide über den örtlichen Rahmen

Pilger vielfältigster Traditionen suchen seit Menschengedenken heilige Orte für ihre innere Reise auf. Wo gibt es bei Dir in der Nähe einen besonderen Ort? Oder anders: Wie könntest Du Dein Zuhause zu einem solchen machen? Ob Du Deine Visionsreise zu einem Ort, in einer Hütte im Wald oder in den eigenen vier Wänden machst: Sei Dir klar darüber WO oder zumindest, innerhalb welchem geografischen Radius Deine Reise stattfindet.  Gehört es dazu, dass Du in die Natur gehst oder bleibst Du drinnen? Wo sind geeignete Wälder, Felder oder Parks, die Du aufsuchen kannst?

 

4. Entscheide über den zeitlichen Rahmen

Visionsreisen in der Wildnis sind oft 3-4 Tage lang. Spüre rein, ob Du länger oder kürzer reisen willst: Alles ist okay, Hauptsache, Du legst es im Vorhinein fest. Vielleicht nimmst Du Dir einen Visions-Tag oder einen Visions-Morgen. Oder aber die ganze Zeit der Raunächte bis Anfang Januar.

Ein Ritual braucht einen klaren Anfang eine Mitte und ein klares, verlässliches Ende. Du willst das Ende nicht ausfasern lassen, gerade, wenn Du anderen Menschen gesagt hast, ab wann Du wieder erreichbar bist.

 

5. Konkrete Vorbereitung

Nimm Dir ein paar Tage Zeit zur Vorbereitung. Spüre in Dich hinein: Worüber willst Du Klarheit erlangen? Welches Thema angehen? Wohin ruft es Dich? Denke auch praktisch: Wem musst Du mitteilen, dass Du für ein paar Tage nicht zur Verfügung stehst, nicht oder anders erreichbar bist? Was brauchst Du an Ausrüstung? Ein Tagebuch? Eine Yogamatte? Ein paar Online-Yogaklassen? Wanderschuhe? Eine Taschenlampe? Einen Schlafsack? Kerzen? Räucherwerk?

 

Wichtige Elemente einer Visionsreise

1. Input reduzieren

Der Blick nach innen gelingt dann, wenn Du Alltags-Kommunikation und Medienkonsum reduzierst. Entscheide darüber, inwiefern Du mit der Außenwelt agierst oder nicht. Willst Du online sein oder nicht? Bist Du für Familienmitglieder verfügbar? Und wenn ja, wann? Auch hier: Alles kann, nichts muss. Bedenke jedoch: Je weniger Input von außen, desto ungestörter kannst Du nach Innen lauschen.

 

2. Unstrukturierte Zeit für Dich allein

Offene Zeit ohne Aktivität ist DER Schlüssel für Neues oder Altes, das aus der Tiefe aufsteigen kann. Achte bewusst darauf, Zeiten zu haben, in denen Du Dich nicht beschäftigst, sondern einfach nur bist. So schwer das zu Beginn sein kann, so magisch und heilsam kann die Einsamkeit sein. Traue Dich, radikal zu sein und erlaube damit, dass lebensverändernde Erkenntnisse sich zeigen können.

Wie geht Nichtstun? Meditation ist die beste Übung. Aber erlaube Dir auch freie Zeit außerhalb von formaler Praxis. Auf dem Sofa oder in der Badewanne liegen? Einen Spaziergang machen. Natürlich „darfst“ Du auch ein Buch lesen oder Musik hören, wenn das Teil Deiner Visionsreise sein soll. Ich persönlich habe jedoch auch die Erfahrung gemacht, dass es sehr kraftvoll sein kann, für einige Zeit auf jeglichen Input von außen zu verzichten. Wer bist Du, wenn Du nichts liest, hörst oder schaust?

 

3. Ein offener Geist

Nochmal, weil es so wichtig ist: Sei neugierig und versuche, alle Vorstellungen davon loszulassen, was in Deiner Visionsreise passieren soll. Erst, wenn Du loslässt, ist Platz für die Magie. Lass Dich überraschen davon, was sich zeigen will.

 

4. Fasten

Zeiten ohne feste Nahrungsmittel helfen dem Körper-Geist-System ins tiefere Verstoffwechseln zu gehen: Mentale und emotionale Eindrücke können im Wortsinn verdaut werden, wenn Du dem Magen längere Pausen gönnst.

Ayurveda rät, nicht im Dunklen zu essen. Im Winter also in einem längeren Zeitfenster von mindestens 14 Stunden. Experimentiere damit, Dein Intermittierendes Fasten auf „Essens-Zeitfenster“ von 8 Stunden oder sogar weniger zu reduzieren. Du wirst merken: Das hilft Dir in Deinem Visions-Prozess. Wer bist Du, wenn Du nicht ständig etwas in Deinen Mund steckst, sobald Du Lust darauf hast? Sei auch hier neugierig und offen.

Achte gleichzeitig bei den Mahlzeiten im Winter darauf, dass sie wirklich nahrhaft und sättigend sind; mit genügend Fett und Substanz. Sodass Du dann danach lange ohne den Gang zum Kühlschrank auskommst.

 

5. Lege minimale Routinen fest

Wann stehst Du auf? Machst Du eine Morgenpraxis? Journalst Du? Was sind die Essenszeiten? Wann gehst Du schlafen?

Gerade wenn Dein Visions-Retreat mehrere Tage oder Wochen dauert, bringen Routinen im Tagesablauf Ruhe rein, sodass wiederum auf anderen Ebenen Raum ist für Aufmerksamkeit. Je langweiliger es im Außen ist, desto mehr kann sich im Inneren bewegen und verarbeiten.

 

6. Mach ein Eröffnungs-Ritual

Bitte um Schutz und Führung. Mach es so sehr oder so wenig aufwändig wie es Dir entspricht. Benenne die Fragen, denen Du nachgehen willst oder lese sie laut vor.

 

7. Die Natur als Dein Visions-Orakel

Gehe nach Möglichkeit täglich in die Natur. Welche Zeichen begegnen Dir? Welche Tiere triffst Du? Was spürst Du dabei? Wie ist das Wetter? Du brauchst keine Orakel-Karten. Sei einfach wachsam, was Dir über den Weg läuft.

 

8. Alles als Dein Visions-Orakel

Nicht nur in der Natur, überall können Dir in dieser Zeit Zeichen begegnen. Sei wachsam und halte fest, was Du erfährst. In dieser Zeit entspricht das, was Du im Außen erfährst, besonders Deinem Innen. Wenn Du Dich entschieden hast, in diesen Tagen keine strenge Einsamkeit zu leben und auch in dieser stillen Zeit Anrufe, Mails und Nachrichten empfängst oder vielleicht auch Nachrichten liest, mach es zur Praxis, diese als Teil Deiner Visionsreise zu sehen. Übe dabei: Wie weit kannst Du dabei bei Dir und Deiner Reise bleiben oder wie weit lässt Du Dich in Dramen von anderen hineinziehen? Und frage Dich: Was lernst Du über Dich und darüber, wie Du leben willst?

 

9. Mach ein Abschluss-Ritual

Nimm Dir einen vorher festgelegten Zeitpunkt, an dem Du Deine Visionsreise beendest. Danke für Einsichten und Schutz. Schreibe Deine Einsichten auf. Verankere, was das, was Du erfahren hast, für Dich und Deine nächsten Schritte bedeutet. Am besten sogar bei anderen, die Dich in Deinem neuen Sein sehen und unterstützen.

 

10. Integration

Lass Dir Zeit damit, das Neue in Deinem alten Umfeld landen zu lassen. Nimm Dir bewusst Auszeiten und schau‘ dass Du nicht gleich nach Deiner Rückkehr auf einen vollen Terminkalender stößt. Behalte Routinen aus Deiner Visionsreise bei. Nach etwa zwei Wochen nimm Dir länger Zeit um noch einmal mit Dir einzuchecken: Wo hat die Integration geklappt? Wo kannst Du noch ein paar Schritte zurückgehen und Deine Einsichten noch tiefer in Deinem Alltag ankommen lassen?

 

Ich hoffe, Du hast Lust bekommen, eine solche Visionsreise auszuprobieren – ob kurz und „locker“ oder länger und wirklich allein: Ich wünsche Dir eine kraftvolle, schöne und auch heilsame Zeit mit Dir selbst.

 

Wenn Du Lust auf eine gemeinsame Visionsreise hast, melde Dich hier zum Visions-Workshop am 30.12. an. Du kannst diesen Workshop in Deine eigene Visionsreise integrieren oder auch einfach so mitmachen. Kreiere Dir Dein eigenes Abenteuer!