Ayurveder Winter Meditieren

Ayurvedische und yogische Energie-Tipps für den tiefen Winter

Im Winter herrschen das Vata(Luft und Raum)- und das Kapha(Erde und Wasser)-Dosha vor. Während die erste Zeit des meteorologischen Winters im Dezember trockener ist, nimmt ab Januar die Feuchtigkeit merklich zu: Es regnet oder schneit mehr. Dennoch bleibt es für unsere Körper trocken, wenn wir nämlich viel drinnen und in Heizungsluft sind. auch Tround die Temperaturen sinken.

Der Spätwinter dauert bei uns etwa von Mitte Januar bis Anfang März. Dies ist die Jahreszeit, die am stärksten zu Rückzug und einlädt: Oft friert es, das Land verfällt in Stille. Mancherorts mit Schnee. Nach dem Rhythmus der Jahreszeiten (Ritucharya im Ayurveda), ist dies besonders die Zeit, um Kontakt mit Dir selbst aufzunehmen – und zwar auf tiefen Ebenen. Genieße die Ruhe nach den Feiertagen. Nutze den Januar und Februar, um alte Jahr ganz ausklingen zu lassen und es ganz abzuschließen. Was brauchst Du dazu? Zeit für Rückblick und Reflektion? Erholung? Für all das solltest Du Dir jetzt Zeit nehmen, um dann im Frühling und Sommer in Deiner ganzen Kraft dazustehen.

Infos zu gesunden Gewohnheiten für den früheren Winter – oder, wenn bei Dir das Vata auch im tiefen Winter stark vorherrscht – findest Du hier.

Hier sind meine Tipps, wie Du das Beste aus dieser Spätwinter-Zeit rausholst:  

  1. Winterschlaf: Januar und Februar sind die perfekten Monate für tiefe Erholung. Wenn Du Dich jetzt ausruhst, lädst Du Deine Batterien fürs ganze Jahr auf. Geh’ vor 22 Uhr ins Bett und steh’ vor 7 (oder besser 6) Uhr auf, sonst hast Du es gerade jetzt umso schwerer, in die Gänge zu kommen. Wenn Du mehr Schlaf brauchst, geh früher ins Bett. Wer oder was hält Dich davon ab, schon um 21 Uhr das Licht auszumachen?
  2. Meditieren: Dies ist die beste Zeit um eine Meditationspraxis zu beginnen oder eine bestehende zu vertiefen. Die Natur steht still und so ist es auch für Dich viel leichter, in Stille zu sitzen. Am leichtesten geht es in den stillen dunklen Morgenstunden, oder am frühen Abend, wenn es dunkel wird. Stell Dir einen Timer für 5 Minuten und mach eine kurze Praxis, die das Nervensystem entspannt: Atme ruhig und wandere im Geist zu verschiedenen Punkten in Deinem Körper. Schon etwas so Kurzes hat einen Effekt, wie Du merken wirst.
  3. Reflektieren: Hast Du einen Jahresrückblick gemacht? Was hast Du im letzten Jahr erreicht? Was hast Du gelernt? Wovon willst Du mehr, wovon weniger? Nimm Dir Zeit um das letzte Jahr geistig-emotional zu verdauen und schreibe auf, welche Konsequenzen Du daraus ziehst.
  4. Visionieren: Nimm Dir Zeit und Ruhe, Dir Dein Jahr zu erträumen. Mit einem noch leeren Kalender. Lass langsam aufsteigen, wo es Dich hinzieht und was ansteht. Was willst Du in diesem Jahr in die Welt bringen? Welcher Traum aus dem letzten Jahr ist noch nicht erfüllt? Ist er noch wichtig? Stell Dir vor, es ist der Neujahrstag 2022: Blicke zurück auf dieses Jahr 2021: Was hast Du in 2021 erreicht, geschaffen, fertiggestellt und erweitert, sodass Du Dich jetzt, in 2022, erfüllt, stolz und froh fühlst? Sammle Deine Träume und Visionen, auch wenn sie sich sehr groß und weit weg anfühlen.
  5. Planen: Wer bist Du dafür gefordert, zu werden? Entscheide Dich für drei Ziele (wenn Du möchtest, nimm 3 pro Lebensbereich). Dann schreibe auf, welche Ressourcen Du dafür brauchst und welche Du schon hast. Dann plane das Jahr rückwärts und setze Meilensteine für jedes Ziel. Gerade in dieser noch ätherischen Vata-Jahreszeit geht das prima. Lege auch konkrete erste Handlungsschritte für die kommende Kapha-Zeit fest. Wenn Deine Projekte in der erdigen Kapha-Zeit ins Rollen kommen, kann sie keiner mehr aufhalten.
  6. Öl Dich ein: Wärme Dir ca. 50 ml Sesam-, Sonnenblumen- oder Mandelöl (in einer kleinen Plastikflasche in einer Tasse mit heißem Wasser) und massiere Dich damit morgens am ganzen Körper, damit die Gefäße in Bewegung bleiben. Das Öl wirkt der Trockenheit entgegen, der die meisten von uns mit Heizungsluft ausgesetzt sind. Zudem funktioniert das Öl als Schutzschicht vor der Kälte, vor Viren und Bakterien – und es entgiftet. Füge ätherische Öle dazu, die gute Laune machen, wie Orange, Grapefruit, Zitrone, Eukalyptus. Meine Favorites diesen Winter sind Grüne Mandarine, Bergamotte, Schwarze Fichte und Schwarzer Pfeffer. Wenn Du schön ölige Finger hast, öle die Nasen-Schleimhäute mit ein paar Tropfen gleich mit ein. So schützt Du Dich in kaltem Wetter – auch vor Erkältungen! Wer die Nase einölt, ab und zu auch das Nasenspül-Kännchen benutzt und warm bleibt, kriegt keinen Schnupfen. Für tiefen, festen Schlaf massiere Dir abends die Füße mit Öl und zieh alte Socken drüber.
  7. Gut essen: Richte die Mahlzeiten auf die Geschmäcker Süß, Sauer, Salzig aus. Iss viel Wurzelgemüse, Äpfel, Trauben, Reis, Getreide, Bohnen und Süßes wie Trockenfrüchte. Verwende reichlich gute Fette, sowie wärmende Gewürze  und nimm pro Mahlzeit einen Löffel fermentierte Nahrungsmittel wie Sauerkraut zu Dir. Wenn Du zusammenziehende Nahrungsmittel zu Dir nimmst (eine der Geschmacksrichtungen im Ayurveda, dazu gehören Kurkuma, Linsen, Granatäpfel, Linsen), achte auf extra viel Fett/Öl dazu. Verzichte in jedem Fall auf kalte Speisen und Getränke. Jetzt ist die Zeit für Milchprodukte, zum Beispiel Milch im warmen Tee. Wenn Du tierische Produkte isst, ist jetzt die Zeit für Eier (besonders gekocht), Geflügel und frischen Fisch. Gerade Menschen mit hauptsächlich Vata- und Pitta-Konstitution sollten in dieser Zeit noch ordentlich zulangen: Schau, dass Du genug Fette und Nährstoffe aufnimmst, um im kalten Wetter genug Kraft zu haben. Kaphas können schon beginnen, leichter zu essen. Für alle gilt jedoch ( für Kaphas am meisten): Nimm langsam mehr bittere Nahrungsmittel – etwa Blattgrün – in Deinen Speiseplan auf, das wirkt jetzt Stagnation entgegen.
  8. Fasten: Gib Deiner Verdauung Pausen von 14-18 Stunden – oder länger. So verstoffwechselst Du tief.
  9. Atem- und Bewegungs-Praxis: Puste Dich durch mit leichtem Pranayama oder Kundalini-Yoga-Übungen um in Schwung zu kommen und Stagnation und Winterblues entgegenzuwirken. Beweg‘ Dich vor dem Frühstück eine Viertelstunde: Mit Yoga, Tai Chi, Chi Gong, leichtes Joggen. Atme dabei tief durch die Nase. Pack Dich tagsüber dick ein und mach einen strammen Spaziergang. Je mehr Stagnation Du spürst, desto mehr beweg‘ Dich!
  10. Schwitzen: Wärme Dich einmal in der Woche in der Badewanne oder unter der heißen Dusche auf und pack Dich mollig warm ins Bett. Schwitzen ist nie so gesund wie jetzt.
  11. Kalte Duschen: Das mag kontra-intuitiv wirken, dennoch: Eine kalte Dusche am Morgen und dabei Tiefes Atmen sind DAS Tune-Up fürs Nervensystem und machen Dich in dieser trüben Jahreszeit wach, lebendig und resilient. Öle Dich vorher mit warmem Öl ein (s.o.). Beginne damit, einfach nur die Füße und Hände unters kalte Wasser zu halten. Dann bleib 30 Sekunden unter dem Strahl. Arbeite dich langsam auf 2 Minuten kalte Dusche hoch. Wenn Du wenig Körperfett hast, und reibe den Körper stark, während Du unter dem kalten Wasser stehst. Rubbel‘ Dich danach mit einem alten Handtuch warm und pack Dich schön warm ein. Es ist DER Gamechanger, versprochen.

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