Selbstmassage Ayurveda Marie Weitbrecht

Selbstmassage nach Ayurveda ganz einfach für Zuhause: 5 Minuten für Gesundheit und ein besseres Körpergefühl

Immer wieder höre ich von den Teilnehmerinnen des Kraftfrauen-Programms, dass dass Selbstmassage ihr Leben verändert hat. Und so groß, wie das klingt, ist es auch in meiner Erfahrung: Du wirst zu Deiner eigenen Masseurin, Deiner eigenen Heilerin. Wie das geht und wie Du Zuhause ganz einfach mit ayurvedischer Selbstmassage beginnst, erfährst Du in diesem Artikel.

Selbstmassage ist kein Hexenwerk.

Oder gerade: Sie ist ganz leicht, geht schnell und kann Wunder bewirken. Für mich ist Selbstmassage DIE Selbst-Empowerment-Technik, weil Du Deine Heilung in die eigenen Hände nimmst, anstatt Deinen Körper – als wäre er ein „Etwas“ – einem „Spezialisten“ zu übergeben.

Klar ist es auch toll, ab und zu zur Massage zu gehen, aber wer kann sich das jede Woche oder gar jeden Tag zeitlich und finanziell einrichten?

Ayurveda war die Küchen-Medizin der einfachen Menschen und Selbstmassage gehört dazu. Fast jeder kann sie zuhause ganz einfach machen und sie kostet fast nichts. Und, das beste: Mit der Zeit weißt Du viel besser was Du brauchst als ein Masseur. Du nimmst im Wortsinn Deine Gesundheit selbst in die Hand.

Was bringt Selbstmassage?

Die folgenden Effekte werden in alten ayurvedischen Texten wie auch aktuellen wissenschaftlichen Studien belegt:

– bessere Durchblutung, insbesondere zu Nervenenden
– Aufbau von Muskeln
– Nerven beruhigen sich
– die Gelenke werden geschmiert
– gesteigerte geistige Wachsamkeit
– der Körper stößt Gifte schneller und leichter ab
– weichere, glattere Haut wird
– mehr Ausdauer tagsüber
– besserer tiefer Schlaf

Warum ich seit 4 Jahren Selbstmassage mache

Nach Jahren kontinuierlicher Selbstmassage kann ich sagen, dass Ölassage das beste Mittel ist, mein Immunsystem zu stärken. Ich bemerke auch, dass meine Sinnesorgane klar bleiben und ich gut sehen, hören, riechen kann.

Die Selbstmassage ist zu meinem Selfcare-Tool Nummer Eins geworden und bringt mich jedesmal, wenn ich aufgewühlt oder angestrengt bin, wieder nach Hause: In meinen Körper. Die Massage erdet und entspannt mich – was ich als Mensch mit viel Vata in meiner Konstitution sehr oft brauche.

Selbstmassage kann sogar dazu führen, dass man seinen Körper auf einmal wirklich mag. Man kommt zunehmend im eigenen Körper an, anstatt ihn von außen zu bewerten. Inzwischen vergehen ganze Sommer, in denen ich nicht darüber nachdenke, wie ich im Bikini aussehe, weil ich mich einfach wohl in meinem Körper fühle. Und das war gewiss nicht immer so! Ich schreibe das zu 100% der Ölmassage zu.

An diesem Punkt bin ich überzeugt: Wenn sich der Körper von innen nicht gut anfühlt, hilft auch positives Denken oder „Body Positivity“ nur wenig. Weil das Problem verschleiert und weggeredet wird, anstatt dass man an seine Wurzel geht. Und das sind vielleicht wirklich zu viele ungesunde und überflüssige Fettzellen oder einfach Körperteile, die wenig integriert sind, sodass man sich wenig „Zuhause“ im Körper fühlt.

 

Wer keine Selbstmassage mit Öl machen sollte

Zwei Ausnahmen gibt es: Menschen mit viel Ama (Schlacken im Körper) und Frauen an Tag 1-3 der Monatsblutung sollten auf die Selbstmassage mit Öl verzichten. Warum?

Wenn sich bereits zu viele Toxine im Körper befinden, arbeitet man sie mit Massage noch tiefer ins System. Dann ist eher ein Detox angeraten. Während der Menstruation wiederum ist das Verdauungsfeuer ohnehin schwach und da auch das auf der Haut „verdaut“ wird, überlastet es das System, das gerade auf Regeneration eingestellt ist. In beiden Fällen ist trockene Massage mit einer Bürste eine gute Alternative.

 

Wie Du mit Selbstmassage anfängst

  • Nimm Dir mindestens 5 Minuten Zeit um Dich von Kopf bis Fuß einzuölen. Wenn es schnell gehen soll, kannst Du Dich auch unter der Dusche einölen anstatt Seife zu verwenden.
  • Achte darauf, dass der Raum warm genug ist.
  • Füll Dir eine kleine Reise-Shampoo-Flasche (vorher ausgewaschen) mit Öl ab: Sesam- oder Mandelöl für Vatas, Sonnenblumen- oder Kokosöl für Pittas und Oliven- oder Senföl für Kaphas. Hier kannst Du einen Test machen, der Dir sagt, was Deine Grundkonstitution (Prakruti) sowie,  Dein aktueller Zustand (Vikruti) ist. Achtung: Du willst nur auf Deine Haut auftragen, was Du auch essen würdest, also nimm Bio-Öle, sofern das geht.
  • Stell die Flasche in eine Tasse und gieße heißes Wasser drauf, bis das Öl mindestens Körpertemperatur hat. Ich nehme 80 Grad heißes Wasser, weil ich es gern so richtig muckelig mag.
  • Stell Dich auf ein altes Handtuch oder gleich in die Dusche.
  • Fang mit einer kleinen Menge Öl in den Händen am Kopf an und reibe das Öl sanft in die Kopfhaut. Mit den den Fingerspitzen gut in Kopfhaut und Haar einarbeiten. Wenn Du keine Lust auf ölige Haare hast lass den Kopf aus. Ich finde diesen Effekt so stark, dass er es mir wert ist, fast jeden Tag ölige Haare zu haben. „Oily hair, don’t care“ sage ich mir dann 🙂
  • Reibe weiter von oben beginnend, Öl auf alle Körperteile. Achte darauf, nicht zu viel Öl auf einmal zu nehmen, und verteile es, damit nicht so viel daneben geht. Mache lange Streich-Bewegungen an den Armen und Beinen und runde an den Gelenken. Mach das, bis wirklich der ganze Körper mit Öl bedeckt ist.
  • Wenn es Körperteile gibt, die Du weniger magst oder beim Massieren vergisst, schenke ihnen extra Aufmerksamkeit: Nichts ist hier heilsamer! Massiere auch die Fußsohlen gründlich, das unterstützt tiefen Schlaf.
  • Wenn Du Dich sammeln und Kraft bewahren willst: Massiere zum Herz hin. Zum Entgiften oder Energie loslassen streiche vom Herzen weg.
  • Stell die Dusche an – wer mag, duscht kalt, Frostbeulen und Menschen mit viel Vata in der Konstitution sind vorsichtig damit – und massiere Dich nochmal unter dem fließenden Wasser.
  • Wenn Du stak geschwitzt hast oder das Bedürfnis nach Seife hast, nimm ein wenig für Achseln und Anus – ansonsten brauchst Du eigentlich keine Seife, sie zerstört nur den Säurehaushalt der Haut. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber letztlich reicht Öl überall, außer Du bist voller Schlamm und Dreck 🙂
  • Trockne Dich mit einem alten Handtuch ab – leicht abtupfen reicht und ziehe Kleidung an, die ein wenig ölig werden kann. Wir haben in unserem Haushalt „Ölhandtücher“ und normale Badetücher. Meine Yogakleidung, die ich morgens nach der Massage anziehe, darf Öl abbekommen. Wenn ich dann später meine „Tageskleidung“ anziehe, ist das Öl längst eingezogen.

Hast Du schon Erfahrungen mit Ölmassage?

Oder hast Du Fragen dazu? Lass mir doch einen Kommentar dazu da.