Herbst Ayurveda Geist Körper

Wie Du Dich mit den 5 Elementen des Ayurveda auf den Herbst vorbereitest

Die ersten Anzeichen des Herbstes sind schon deutlich spürbar: Es wird nicht nur deutlich früher dunkel, sondern auch viel später hell. Heute morgen habe ich meinen Schal vergessen und im Wind richtig gefroren.

Über den Sommer haben unsere Körper Hitze und durchdringende Schärfe angesammelt. Durch Sonne, warme Temperaturen, erhitzende und scharfe Nahrungsmittel und Getränke wie Kaffee und Alkohol. Wenn wir die nicht ausleiten, säen wir damit die Samen für Krankheiten, die mit Entzündungen zu tun haben – kein Spaß!

 

Übergangs-Kur um Dich stabil für den Herbst zu machen

Auch wenn Du eher zu den Frostbeulen gehörst, die sich jetzt schon wieder Wollsocken anziehen und Wärmflaschen machen, tut auch Dir eine kleine Herbst-Kur gut um mentale Hitze zu kühlen, Dich zu sortieren und den Körper bei der Umstellung zu unterstützen.

Im Herbst das Vata (Elemente Luft und Raum) an: Und die meisten von uns haben ja mit Zeitdruck, komplexen Ansprüchen und Informations-Überfluss ohnehin schon einen Überschuss davon. Vielleicht erinnerst Du Dich, dass Du im Herbst häufig „durch den Wind“ bist. Wenn Du jetzt diese Tipps für Vorbereitung auf den Herbst beachtest, kannst Du das vermeiden. Die Stichworte sind Erden, Ausruhen und Entlasten, sodass Dir mit den ersten Winden nicht alles durcheinanderfliegt.

Ayurveda im Übergang zum Herbst eine ein- bis zweiwöchige Übergangs-Kur, in der man besonders leicht isst, dem Körper viel Aufmerksamkeit schenkt und sich langsam an die Routinen und Rituale der neuen Jahreszeit gewöhnt. Das muss kein anstrengender „Detox“ sein, sondern es kann ganz leicht und mühelos gehen. Ich erzähle Dir, wie das geht.

Für Gewohnheiten im Herbst – nicht im Übergang – lies den Artikel Ayurveda-Tipps für den Herbst

 

Herbst-Vorbereitung für Körper, Geist, Kalender und Zuhause

Und: Nicht nur Dein Körper braucht Unterstützung beim Jahreszeiten-Wechsel. Auch, indem Du Dein Zuhause, insbesondere die Küche, Dein Kalender und Deine Prioritätenliste für den Herbst vorbereitest, kannst Du Dich sehr darin unterstützen, Ruhe zu schaffen und Durcheinander vorzubeugen. Deshalb liest Du im Folgenden, wie Du in den 5 Elementen nach Ayurveda Deine verschiedenen Lebensbereiche Herbst-bereit machen kannst.

Nimm so viel oder so wenig von diesen Vorschlägen auf, wie es gerade in Dein Leben passt: Ob Du nur ein, zwei Tipps umsetzt oder Dir bewusst Zeit und Raum für eine kleine zweiwöchige Übergangs-Kur für Körper, Seele, Geist und Dein Zuhause gönnst.

 

RAUM: Klang, physischer Raum

Das Raum-Element ist leerer Raum, so wie der Äther jenseits unserer Erdatmosphäre: Hier kann alles passieren, alles ist voller Potential.

Klang:

„Am Anfang war das Wort“, einfach erstmal nur Klang. Fange mit diesem Element an, indem Du Dich fragst: Was wollen Deine Ohren in diesem Herbst hören? Wie willst Du Dich fühlen? Welche Vibes willst Du?

– Mache Dir eine Herbst-Playlist, einen Soundtrack für die nächsten 3 Monate. Gehe dabei ganz intuitiv vor und mische Musikstile ganz nach Gefühl. Was brauchst Du gerade? Was baut Dich auf oder berührt Dich? Welche Musik verbindet Dich mit dem, was Dir wirklich wichtig ist? Stelle Dir eine Playlist zusammen, die mindestens eine Stunde lang dauert und synchronisiere sie auf alle Deine Geräte, sodass Du sie sowohl zum Yoga machen, als auch zum Kochen oder Spazierengehen hören kannst.

– Wenn Du Zeit und Lust hat, erstelle Dir verschiedene Playlists für verschiedene Anlässe oder Tätigkeiten im Herbst, zum Beispiel fürs Arbeiten, zum Relaxen, fürs sanfte Yoga…

– Suche Dir Hörbücher heraus, die du beim Ausmisten, bei Hausarbeit, oder beim Spazierengehen hören willst. Welche Themen interessieren Dich, wo willst Du tiefer tauchen?

Physischer Raum/ Dein Zuhause:

Mache Dein Zuhause bereit für die gemütliche Jahreszeit:

– Welche Sommerkleidung braucht nicht mit ins nächste Jahr zu kommen und kann die Wohnung verlassen?

– Richte Dir die Sofaecke so ein, dass hier liegt, womit Du Dich beschäftigen willst und so, dass Du Dich hier gut ausruhen kannst.

– Richte Dir einen Platz für Meditation und/oder Journaling ein

– In der Küche: Sommer-Nahrungsmittel (alles, was kühlt, leicht oder extrem trocken ist aussortieren oder noch aufbrauchen und Herbst-Nahrungsmittel (erdend, warm, befeuchtend) als Vorräte anlegen.

– Im Badezimmer: Richte Dir einen Ort für Deine Selbstmassage ein – die vielleicht wichtigste Ayurveda-Gewohnheit im Herbst. Vielleicht mit einem alten Hand- oder Strandtuch und ein paar Kerzen, um Stimmung zu schaffen.

 

LUFT: Atem/Zeit-Strukturen

Luft bewegt sich im Raum. Je nachdem, wie schnell sich etwas bewegt, haben wir das Gefühl, dass Zeit schnell oder langsam vergeht. So hat das Element Luft damit zu tun, wie wir Zeit wahrnehmen. Und das kannst Du steuern: Je nachdem, wie schnell oder langsam Du atmest und wie Du Deine Zeit organisierst, kannst Du gelassen und produktiv sein oder hektisch Hin- und her springen, ohne am Ende des Tages viel geschafft zu haben.

Atem:

Die Yogis gehen davon aus, dass uns Menschen eine bestimmte Anzahl an Atemzügen im Leben zur Verfügung stehen. Du entscheidest, ob Du Deine schnell oder langsam aufbrauchst.

– Gewöhne Dir an, lang und tief durch die Nase zu atmen. Das versetzt das Nervensystem in den „Rest-and-Digest“-Modus. Je länger und tiefer desto stabilisierender

– Wenn Du kannst, mache gerade jetzt im Übergang zum Herbst einmal täglich ausgleichendes Pranayama wie den Wechselatmung Nadi Shodana oder Feueratem aus dem Kundalini Yoga (gleichmäßiger Ein- und Ausatem durch die Nase, Achtung, NICHT den „Feueratem“  Kapalabhati aus dem Hatha Yoga, der erhitzt und das wäre gerade jetzt kontraproduktiv beim Hitze Auszuleiten).

Zeit-Strukturen:

Früher in der Schule gab es am ersten Schultag erstmal nur den neuen Stundenplan. Das war genug für den ersten Tag. Lass Dich davon inspirieren und nimm Dir einen ganzen Tag Zeit um Dir über Deinen „neuen Stundenplan“ klar zu werden.

– Erstelle Dir einen „idealen Kalender“ für den Herbst: Gerade in der Vata-Zeit, in der die Elemente Luft und Raum zunehmen, brauchen wir klare Zeit-Container, um nicht durcheinanderzuwirbeln.

– Wann willst Du in den nächsten Monaten arbeiten? Wie lange? Geht es, vor 18 Uhr Feierabend zu machen und den Rechner auszuschalten?

– Was für eine Morgenroutine möchtest Du machen? Wie willst Du Dich bewegen und wie lange? Möchtest Du eine Morgenmeditation machen oder Journalen? Wenn ja, wie lange? Wann musst Du dafür aufstehen? Und jetzt rechne rückwärts: Wann musst Du dafür schlafen gehen? Bedenke, dass Du in der dunkleren Jahreszeit mehr Schlaf brauchst als im Sommer

– Nimm Dir ein, zwei Wochen Übergangszeit, um in die neue Struktur hineinzukommen – sie evtl. zu justieren und ganz darin anzukommen.

 

FEUER: Ziele und Inspiration

Hier geht es um das Feuer in Dir: Wofür brennst Du, was willst Du erreichen? Wenn Du auch nur  ein klein wenig Kribbeln in den Fingerspitzen bekommst, wenn Du an den Beginn des neuen Schuljahrs früher oder auch den Start des neuen Semesters an der Uni denkst, nutze diese Energie, um Deine Ambitionen anzufeuern und Dich mit Eichhörnchen-Fleiß an Deine Ziele zu machen.

Ziele

Gehe in Dich und frage Dich: Was ist wirklich wichtig in den nächsten Monaten?

– Entscheide Dich für 3 Ziele für den Herbst auf. Oder, wenn Du willst, 3 pro Lebensbereich (Privat, Beruf, Spirit, Körper, Geld, Beziehungen, Kreativität…) – nicht mehr, sonst verzettelst Du Dich.

– Hänge Dir Deine Ziele so auf, dass Du sie jeden Tag siehst. Lies sie jeden Tag.

– Vor dem Einschlafen: Stell Dir vor, dass Du diese Ziele schon erreicht hast und spüre, wie sich das anfühlt. Ebenso kurz nach dem Aufwachen.

Inspiration

Was motiviert Dich? Wie kannst Du das mit Deinen Zielen verbinden?

– Bist Du auch so ein Schreibwaren-Fan? Überleg mal, was Dich unterstützen könnte bei „Back to School“: Vielleicht ein neues Notizbuch oder Journal? Ein neues Ablage-System für Belege, schöne neue Stifte? Was macht Dir Lust auf Arbeit? Ja, auch Washi-Tape, Glitzerstifte und Sticker sind erlaubt, wenn sie Dein Herz erfreuen! 🙂

– Welche Menschen, Landschaften oder Räume inspirieren Dich? Häng Dir ein paar Bilder auf, kreiere ein Vision Board oder nutze Bilder davon als Desktop- oder Handy-Hintergrund

 

WASSER: Lust und Flow

Unser Körper besteht zu über 80% aus Wasser und im Herbst, wenn es trockener wird, gilt es, unseren Flow und unsere Geschmeidigkeit zu bewahren. Das Wasser-Element steht auch für unsere Lust und Kreativität.

Lust

– Worauf hast Du Lust im Herbst? Was wolltest Du schon immer mal lernen oder machen?

– Kannst Du einmal pro Woche etwas einplanen, was Dir einfach nur Spaß macht? Ein Date mit Dir, bei dem Du tust, was Dein Herz erfreut.

Flow

– Schaffe Dir viel Termin-freie Zeit zum Fließen: Für Journaling, Ausruhen und einfach Sein.

– Plane Dir viel Zeit zum Spazierengehen und in der Natur ein.

– Trinke viel abgekochtes Wasser – mehr als im Sommer. Vielleicht stellst Du Dir pro Tages-Abschnitt eine Thermoskanne hin, sodass Du sicher bist, dass Du genug trinkst.

 

ERDE: Körper und Geruchssinn

Das Erd-Element ist das Grobstofflichste aller Elemente: Dazu gehört Dein Körper, den Du mit einfachen Gewohnheiten unterstützen kannst. Auch der Geruchssinn gehört zum Erd-Element. Setze Düfte gezielt ein, um Körper und Geist zu erden.

Körper:

Mache jetzt in der Übergangszeit einen kleinen Herbst-Cleanse (3 Tage bis 1 Woche)

– Iss sehr einfache, warme Mahlzeiten wie Kitchari oder Reisbrei, das erdet und Hitze kann aus dem Körper abfließen,

– meide Kaffee, Alkohol und stark Gewürztes

– Was sind Deine Essenszeiten für den Herbst? Etabliere eine Routine für die nächsten Monate, am besten mit einer Essenspause von mindestens 13 Stunden zwischen Abendessen und Frühstück

– wärmendes Massageöl besorgen und vorbereiten: Sonnenblumen-, Sesam- oder Mandelöl mit Düften (s.u.)

– Mache während Deiner Übergangszeit-Kur täglich eine Ölmassage

– vor 22 Uhr Schlafengehen und vor 6 Uhr aufstehen lässt den Körper Energiereserven auftanken

Geruchssinn:

Besorge Dir ätherische Öle für den Herbst, die Du dem Massageöl hinzufügst oder in den Diffuser tust.

– Nutze vor allem erdende, holzige Düfte: Sandelholz, Salbei, Zeder.

– Ergänze sie mit etwas würzig-wärmenden Düften: Anis, Fenchel, Koriander, Kreuzkümmel, Nelke, Schwarzer Pfeffer, Vanille, Weihrauch, Zimt…

– und runde sie mit etwas frischem Zitrus-Duft ab: Bergamotte, Mandarine, Zitrone

 

Wenn Du auch nur einen Tipp pro Element umsetzt, bist Du bestimmt schon besser auf den Herbst vorbereitet als sonst. Die stürmischen Tage können kommen: Du lässt Dich davon nicht aus der Ruhe bringen.

 

Wenn das für Dich interessant war, komm doch zum

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Samstag, 5. September 2020, 9–11 Uhr

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