Licht Sommersonnenwende Mittsommernacht

Wie Du die Sommersonnenwende für Dich nutzen kannst – und 13 Journaling-Fragen für die Mittsommernacht

“Are you sure/That we are awake? It seems to me/That yet we sleep, we dream”
William Shakespeare, A Midsummer Night’s Dream

In diesem Artikel erfährst Du

  • inwiefern die Sommersonnenwende ein Todes-Fest ist
  • weshalb dieser Tod nichts Schlimmes ist
  • warum Weiß eine Farbe ist, die gerade jetzt zu tragen besonders kraftvoll ist
  • warum es in der Mittsommernacht häufig Feuer gibt
  • welche Kräuter Du in der Natur besonders sammeln kannst
  • welche Journaling-Fragen Dich jetzt besonders unterstützen

Am 20./21. Juni ist Sommersonnenwende

Der längste Tag und die kürzeste Nacht ist seit Jahrtausenden in zahlreichen Kulturen und Traditionen ein besonderes Ereignis: Prähistorische Stätten wie Stonehenge in Südengland und Carrowkeel in Irland sind so gebaut, dass durch die Sonne, die nur in diesen Tagen so hoch steht, faszinierende Lichteffekte entstehen.

Doch was hat das mit Dir zu tun?

Auch Du kannst zur Sommersonnenwende Licht reinlassen. Und zwar so viel wie Du möchtest!

Wir wissen nicht, wie die Erbauer der erwähnten Monumente diese Zeit begingen. Bekannt ist, dass in den hellsten Tagen des Jahres bis heute in vielen Kulturen Sonnen-Feste gefeiert werden, bei denen es vor allem darum ging, das Licht, die Fülle und das Leben zu feiern.

In dieser Jahreszeit steht die Natur in voller Blüte, satt und großzügig. Es ist eine Zeit der Freude und Sorglosigkeit – zumindest, wenn man in die Natur schaut. Und genau das ist ein Impuls, den ich Dir heute mitgeben möchte: Verankere Dich und verbinde Dich mit dem Reichtum und der Schönheit der Natur, gerade in dieser Zeit, in der kulturell und gesellschaftlich so viel Ungewissheit da zu sein scheint.

Iss farbige Früchte, höre Vögeln zu und liege im Schatten jahrhundertealter Bäume. Verbringe Abende im Grünen und Morgende dort, wo Du den Sonnenaufgang sehen kannst. Ich kenne kein besseres Rezept für Resilienz in bewegten Zeiten, als Spaziergänge in die aufgehende Sonne – übrigens DER Anti-Depressions-Tipp aus dem klassischen, jahrtausendealten Ayurveda.

Für mich ist die Zeit um die Mittsommernacht schon als Kind besonders gewesen: Die langen, hellen Abende und die Sommerluft und das Licht bereits am frühen Morgen machen gute Laune und Lust auf Sommerfeste in der Natur. Ich Stadtmädchen habe zum ersten Mal mit Shakespeares Midsummer Night’s Dream verstanden, dass in dieser Zeit auch eine ganz besondere Magie liegt: Feen und Elfen schwirren die ganze Nacht hindurch durch den Wald und verschieben den Menschen ihre Realität. Die kürzeste Nacht ist eine Nacht voller Zauber, in der alles möglich scheint.

Der Sonnengott stirbt zur Sommersonnenwende

Mythologisch ist der längste Tag und die kürzeste Nacht in verschiedenen Kulturen der Zeitpunkt, in der ein Sonnengott oder eine Sonnengöttin stirbt – um dann zur Wintersonnenwende wiedergeboren zu werden. Insofern ist es kein tragischer Tod, sondern ein im natürlichen Lauf der Welt notwendiger. Mit der taoistischen Lehre gesprochen ist das „Yang“, das Helle, Dynamische, Maskuline, an seinem Zenit angelangt und zieht sich zugunsten des „Yin“, des Dunklen, Ruhigen, Femininen zurück.

Wir können das Feuer – in vielen Kulturen gibt es Feuer-Rituale zu Mittsommer – noch einmal kraftvoll auflodern lassen, bevor wir es versiegen lassen: Zugunsten dessen, was wieder möglich macht, es in einem halben Jahr neu zu entzünden. So entsteht Gleichgewicht und Gesundheit im System der Jahreszeiten – und auch in uns.

Ein Wendepunkt hin zu mehr Gleichgewicht

Wie wir wissen, brauchen wir beides: Licht und Dunkelheit, Aktivität und Ruhe. Und gerade in der heutigen Zeit kommen immer mehr Menschen zu der Einsicht, dass unsere Kultur kollektiv in den letzten Jahrzehnten geradezu heißgelaufen ist. Insofern kann besonders diese Sommersonnenwende im denkwürdigen Jahr 2020 ein Wendepunkt sein für eine Hinwendung zum Yin, dem Ruhigen, Besonnenen. Vielleicht hast Du Lust, das Yang, die Fülle und die Kreativität noch einmal besonders zu feiern, bevor Du Dich bewusst und verstärkt dem Kühleren, Deiner Integrität, Deinen Wurzeln und Werten zuwendest.

Das heißt nicht, dass Du den Rest des Jahres nicht mehr aktiv sein sollst, jedoch vielleicht lässt Du Dich von der Sommersonnenwende auch zu einer Wende in Deinem Leben inspirieren: Wovon brauchst Du weniger? Von was willst Du weniger konsumieren? Vielleicht weniger arbeiten, jedoch dafür das Richtige?

Mehr Licht – grosse Visionen und Sicht auf Potential

Gleichzeitig kannst Du an diesem Höhepunkt des Lichts und der Lebensenergie auch mehr davon in Dein Leben lassen: Die Yogis, wie auch die Kelten und andere naturverbundene Völker, wussten um die ekstatische Energie, dieser Jahreszeit. Die Sonne strahlt in der Zeit um die Sonnenwende so viel Prana – Lebenskraft – aus, wie sonst nie innerhalb des Jahreskreises. Und das kannst Du für Dich nutzen.

Besonders, wenn Du in diesen Tagen meditierst und Yoga machst, lässt Du diese Sonnen-Kraft in Dich hinein. Yogische Lehren besagen sogar, dass die Vitalenergie dieser Tage so stark ist, dass Du in Dir angelegte Tendenzen abändern und Dein Schicksal neu schreiben kannst. Gut, oder?

Insofern ist es kein Zufall, dass Shakespeare im Sommernachtstraum eine Nacht voll Zauber beschreibt, in der für unmöglich Gehaltenes real wird. Das wiederholt vorkommende Motiv des Träumens und des Aufwachens ist erneut ein Hinweis auf das große Potential dieser Zeit – zum Erwachen. Wenn Du bereit bist, kannst Du das Fenster der Sommersonnenwende für einen großen Shift für Dich nutzen. Lass Dich dabei von Deiner Intuition und dem Vertrauen in etwas wie Dein höheres Selbst leiten.

Was Du tun kannst:

Meine Ideen für Sommersonnenwende-Rituale

– Kräuter sammeln:

Die haben in dieser Zeit besonders kraftvolle Sonnen-Energie und können in dunkleren Zeiten das Gemüt aufhellen. Besonders das Top-Antidepressivum Johanniskraut – die Katholische Kirche machte aus dem Fest den Johannistag mit Johannisfeuern, die bis heute in katholischen Regionen stattfinden – Ringelblumen, Arnika, Eisenkraut, Kamille, Beifuß, Holunder, Gundermann und Christophskraut. Besonders kraftvoll werden die Kräuter-Sträuße, wenn Du sie an ein Lagerfeuer hältst und so mit der Sonnenenergie dieser Tage auflädst.

– Kräuter unters Kopfkissen legen:

In Schweden pflücken unverheiratete Frauen bis heute in der Mittsommernacht 7 Sorten Kräuter und legen sich diese des Nachts unter ihr Kopfkissen. Dann, so will der Volksglaube, träumen sie von dem Mann, den sie einmal heiraten werden. Vielleicht hast Du schon einen Mann oder wünschst Dir gerade etwas anderes? Dann leg die Kräuter unters Kissen und stelle eine besondere Frage, auf die Du Dir eine Antwort wünschst, oder nenne einen Lebensbereich, in dem Du Dir Führung wünschst – und achte auf Deine Träume.

– Blumen pflücken und daraus Kränze flechten

– auch für Kinder – und im Haar tragen, als Feier der Fülle und der Schönheit.

– Weisse Kleidung tragen

Die weiße Farbe enthält alle anderen Farben. Laut yogischer Teachings verstärkt weiße Kleidung die eigene Aura um eineinhalb Meter. Probiere mal aus, wie Du Dich darin fühlst und ob Du einen Unterschied spürst, gerade in diesen lichtvollen Tagen. Fühlst Du Dich reiner, strahlender, würdevoller? Reagieren Menschen anders auf Dich?

– Ein Feuer machen

Am besten draußen. Mit lieben Menschen. Deine bisherigen Erfolge dieses Jahres feiern. Auch die kleinen. Das tun viele Kulturen zur Sommersonnenwende. Im baltischen Raum wird ausgelassen gefeiert und ums Feuer getanzt – und darüber gesprungen. Ein Sprung in die zweite Jahreshälfte, der zudem die Gesundheit und den Erfolg fördern soll. Auch sehr kraftvoll: Dein eigenes inneres Feuer schüren, in die Flammen schauen und visionieren. Was wünschst Du Dir für die nächsten sechs Monate? Was wäre das beste, was passieren könnte? Was willst Du in die Welt bringen?

– Meditieren und Yoga

Besonders in dem Zeitfenster (plus, minus zwei Tage) um die Sonnenfinsternis am 21.06., 5:46–11:34. In diesen Tagen finden zahlreiche Yogafestivals online statt. Vielleicht kein Zufall, dass der 21.6. auch „Tag des Yoga“ ist. Nimm Dir Zeit um in die Stille zu gehen. Gerade jetzt kannst Du mit Meditation bedeutende Veränderungen und Intentionen in Dir verankern und damit zum Großen Ganzen beitragen.

– Leicht essen

Die Tage um die Sonnenwende und besonders auch die Finsternis sind ein energetisches Portal. Du machst es Deinem System leichter, wenn Du leicht verdaulich und pflanzlich isst, anstatt Dich zu beschweren oder Dir Toxine zuzumuten.

– den Sonnenaufgang in Stonehenge gucken

Das Live-Gathering wurde abgesagt, dafür können nun Menschen auf der ganzen Welt via Livestream dabei sein.

– Journalen und Visionieren

Nimm Dir in den Tagen um die Sommersonnenwende mindestens 20 Minuten und schreibe drauflos, ohne den Stift abzusetzen:

  • Worauf bin ich stolz?
  • Was habe ich erreicht?
  • Wie habe ich mich gefordert?
  • Wie bin ich in den letzten sechs Monaten gewachsen?
  • In welche Bereiche meines Lebens möchte ich mehr Licht bringen?
  • Wie könnte das aussehen? Was will ich bis zum Winter in die Welt bringen?
  • Was soll wachsen?
  • Welcher Teil von mir bräuchte dafür mehr Feuer?
  • Was kann ich in diesem Licht sehen, was zeigt sich? Was wäre möglich?
  • Bin ich bereit für ein Leben im Licht? Wie sähe das aus – jeden Tag?
  • Wer bin ich, wenn ich mein hellstes Licht strahlen lasse? Was braucht es dafür?
  • Was will ich dafür verankern?
  • Was bin ich dafür gefordert, loszulassen?

Tu, was immer Dich anspricht, Dich mit der Natur und ihren Rhythmen verbindet, Deine Frequenz anhebt, Dich mit Deinem Licht und Potential in Kontakt bringt. Noch kraftvoller wird es, wenn Du Dich mit ähnlich gesinnten Menschen verbindest – live im Park oder online. Mach es zu Deinem Ritual, zu Deinem Tag – und Deiner Nacht.

Ich wünsche Dir eine wunderschöne Sommersonnenwende, Mittsommernacht und Sonnenfinsternis! Lass die Sonne rein!