Reflexion Bedürfnisse Wünsche

Wie Du Dich mit Deiner eigenen Stimme verbindest

Du hast Deine Freundinnen gefragt, mehrmals Karten gezogen und in Dein Horoskop geguckt. Du weißt, was Deine Mutter Dein Steuerberater, Deine Ärztin oder Dein Chef dazu sagen würden. Und kannst Dich trotzdem nicht entscheiden. Den Job kündigen? Dich für diesen Mann entscheiden? Ein Kind kriegen? Ja. Nein. Äh, ich mein, Jein. 

Das Problem: Du hörst Deine eigene Stimme nicht. Und vielleicht ist das das erste Mal, dass Du sie wirklich brauchst. Weil kein anderer Rat mehr greift. Du warst es bisher gewohnt die Freundinnen zu fragen. Weil Du wolltest, was sie wollten. Und nun weißt Du nicht mehr, ob Du genau dasselbe willst wie sie. Du warst es gewohnt, díe Eltern, Ärzte oder Chefs zu fragen. Weil Du wusstest, was Du da bekamst: Sicherheit. Und auch das passt diesmal nicht mehr. Du willst etwas, das vielleicht gegen das geht, was bisherige Autoritäten in Deinem Leben Dir gesagt haben.

Erstmal: Herzlichen Glückwunsch! Du bist dabei, zu wachsen. 

Die eigene Stimme:  Hier eine Schritt-für Schritt-Anleitung…

…wie Du den chaotischen Prozess, zu Deinen ganz eigenen Antworten zu kommen, gestalten kannst. 

1. Die Frage formulieren

So knapp wie möglich und so spezifisch wie nötig. Und sie aufschreiben. 

2. Deine Bereitschaft zu Investition und Transformation klären

  • Wie wichtig ist Dir dieses Thema? Was kostet es Dich, wenn Du es nicht angehst und in diesem Lebensbereich nichts veränderst? Wie ginge es Dir dann in einem Jahr? In drei, in zehn, in zwanzig? Inwiefern bist Du bereit, etwas zu investieren? Zeit, Arbeit, Aufmerksamkeit, Geld? Wieviel?
  • Fang in diesem Stadium nicht an, Pro-und-Contra-Listen schreiben. Die greifen nicht, wenn es um einen Quantensprung für Dich geht.
  • Lasse transaktionales Denken hinter Dir, im Sinne von „was habe ich davon/was bekomme ich dafür/welche Vorteile/ wieviel Geld bringt mir das“? Mach es Dir zur Praxis, transformational zu denken, im Sinne von „Was für Transformationen, was für Quantensprünge wären möglich?“ Nicht nur für Dich, auch für andere. Für direkt Beteiligte wie für Menschen, die nur am Rande etwas mitbekommen. Welche grundlegenden Veränderungen könnte eine Entscheidung, neues Verhalten, eine mutige  Handlung von Dir anderen ermöglichen? 

3. Dir einen Kontext schaffen, in dem Du die Frage stellen kannst

In dieser Phase ist es wichtig, Dich selbst darin zu navigieren, wen Du um Rat fragst. Denn: Die eigene Stimme finden heißt erst einmal, Dich zu fragen, wen Du dazu fragen kannst. Mit wem kannst Du darüber sprechen? Wer versteht die Frage überhaupt? Und mit wem solltest Du das Thema meiden? 

Deine Eltern werden Dir höchstwahrscheinlich nicht raten, einen gut bezahlten Job zu kündigen. Deine Freundinnen, die Dich wieder aufgebaut haben, wenn Du Dich über Deinen Freund ausgelassen hast, werden nicht diejenigen sein, die Dir jetzt zu einem beherzten „JA“ zu diesem Mann raten.

Suche Dir 

a) Expertinnen und Experten

Menschen deren Perspektive für Deine Frage relevant ist, weil das jeweilige Fachgebiet besser kennen als Du. Den Steuerberater in Geldfragen. Die Chefin, wenn es um ihre Erfahrung geht. In Gesundheitsfragen denjenigen Ärzten und Heilpraktiker, denen und deren System und Hintergrund Du hinsichtlich Deiner Frage vertraust. Das mag selbstverständlich klingen, es ist aber sehr wichtig, dass Du hier genau bist. 

b) Mentorinnen und Mentoren

Menschen, die eine breitere Sicht auf die Lage haben als Du, die Strukturen und Dynamiken sehen, in die wir selbst noch viel zu sehr verstrickt sind um sie sehen zu können. Die nicht so sehr im Persönlichen stecken wie Du und eine universellere Perspektive haben. Das können Mentorinnen oder Mentoren sein, eine spirituelle Lehrerin oder einen Lehrer, mit der oder dem Du komplexere Entscheidungen besprichst oder in deren „Feld“ Du Deine Frage bringst. 

In so einem Raum, wo Du Dich mit einer höheren Wahrheit verbinden kannst, ist es möglich, Entscheidungen zu treffen, die Deine Nachbarn, alte Freunde, oder auch Deine Vorgesetzten ärgern, vor den Kopf stoßen oder selbigen in Unverständnis schütteln lassen. 

Und, wenn es Dir darum geht zu wachsen, ist es genau das, was Du brauchst. 

Was Deine Mutter zu Deinem Job und Deiner Lebensplanung sagt, muss ebenso irrelevant für Deine Entscheidungen werden wie, was Deine alten Freundinnen mal über Deinen Mann gesagt haben.

Achtung: Ein Rat von weisen Mentoren kann zur Sackgasse werden, wenn Du ihn dazu nutzt, Dir Deine Entscheidung abnehmen zu lassen. Dann handelst Du wie ein Kind. Das seine Entscheidungen in die Hände der Eltern legt – die einfach eine andere Perspektive haben und Lebensrealität haben als Du. 

Auch wenn es Menschen gibt, die Deine Lage in einem größeren Kontext sehen können als Du, heißt das nicht, dass sie alles sehen. Auch Gurus sehen subjektiv. Und kennen oft die Details nicht, die für Dich wichtig sind. 

Funktionaler und erwachsener als um Rat zu fragen ist es, Dir einen Resonanzraum von Mentorinnen und Mentoren zu schaffen, der Dir erlaubt, alle wichtigen Perspektiven, alle relevanten Anteile von Dir zu beleuchten. 

4. Die Frage stellen

Nun ist es Zeit, die Frage zu stellen. Sie klar und deutlich auszuprechen. Mehrmals. Auch wenn die Stimme zittert. Immer wieder. 

Und Dich dabei zu spüren. Zu merken, welcher Teil von Dir dicht macht, aus der Präsenz geht. 

Wenn das Dein Ding ist, kannst Du an dieser Stelle auch das Universum um Zeichen bitten. Etwa „ich mache die Ausbildung, wenn bis dannunddann das Geld, das ich dafür brauche, auf meinem Konto ist“. Oder: „Wenn die Zeit für den Schritt reif ist, zeig mir xy“ – zum Beispiel einen Adler. „Wenn die Wohnung die richtige ist, zeig’ mir einen Igel“. Und dann hältst Du Ausschau nach den Zeichen – auf Deinem Konto, auf Plakaten oder Deinem Social-Media-Feed. Zugegeben, das ist etwas abgefahren, funktioniert aber, je mehr Du Dich darauf einlässt. 

5. Zuhören

Die Stille im eigenen Leben erhöhen. Morgenseiten schreiben. Direkt nach dem Aufstehen drei Seiten ohne den Stift abzusetzen. Besonders auf Träume achten. Sie aufschreiben. Spazierengehen ohne Telefon. Die Frage im Körper bewegen. Was macht es mit mir, wenn ich Option A ausspreche. Was, wenn ich Option B ausspreche? Wo entsteht Leichtigkeit? Wann wird es eng? Wo ist die Freude? Wo leuchtet es? 

Sehr effektiv ist es, Dich selbst aufzunehmen, während Du über das Thema sprichst und eine Freundin oder Mentorin – wieder Achtung, wen wählst Du dafür? – zu bitten, Dir zu spiegeln, was sie gehört hat. Und dann ihr genau zuzuhören. 

Abende offline. Mal ein Buch aus dem Regal nehmen und auf einer beliebigen Seite aufschlagen. Ausschau halten nach Adlern. Offen bleiben. Und ehrlich sein. Akzeptieren, dass vielleicht keine Adler aufgetaucht sind. Und wenn welche aufgetaucht sind: Sie festhalten. Fotos machen von den Zeichen. 

6. Das Gehörte landen lassen 

Es in allen Schichten ankommen lassen. Darüber schreiben. Es aussprechen. Für Dich. Dann mit anderen, die Dich darin unterstützen. 

Und: Die Teile von Dir, die früher nach jedem Schritt vorwärts wieder zwei Schritte zurück gegangen sind, erkennst Du jetzt: Es sind die Teile, die Angst haben. Angst ist ein Gefühl. Das Dir jetzt beim Umsetzen Deiner Wahrheit nicht nützlich ist. Du brauchst nicht mehr einzusteigen auf die Panik, das Zurückrudern-Wollen, das Alles-Rückgängig-Machen-Wollen das Nicht-an-den Schreibtisch-und-Loslegen-Wollen. Du kannst jetzt Deine Wahrheit unterscheiden, von den weniger wahren, bloß im Moment kontrahierten Anteilen in Dir. 

7. Erste Schritte festlegen 

Jetzt ist es Zeit, Deine Wahrheit in die Welt zu bringen. Und zwar innerhalb der nächsten Woche. In kleinen Schritten.

Wem ist es wichtig, diese Entscheidung mitzuteilen? Wo willst Du Dich damit zeigen? Je mehr Du Deine Entscheidung teilst, desto realer wird sie. Und desto mehr verpflichtest Du Dich, die nötigen Schritte zu gehen.

Ja, das kostet Mut. Aber Du weißt ja nun, auf welche ängstlichen Anteile Du nicht mehr hören brauchst.

Viel Erfolg!

Ich freue mich darauf, Dich in Verkörperung Deiner Wahrheit zu sehen.

 

Sat Nam,
Deine Marie

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